Zündung/Glutbetthaltung

Zündung/Glutbetthaltung

Ein Scheitholzvergaserkessel wird i. d. R. manuell gezündet. Dabei sind bestimmte Forderungen an die Einschichtung des Brennmaterials (kleines und leicht entflammbares Material/größere Holzscheite) zu beachten, damit sich der Holzbrand möglichst gleichmäßig entwickeln und die größeren Holzscheite mit hoher Sicherheit entzünden kann.

Um dem Kesselbetreiber diese Arbeit zu erleichtern, werden von den Konstrukteuren zwei verschiedene Strategien verfolgt:

a) Einbau einer automatischen Zündung mit Zeitvorwahl – hier startet der vorher befüllte Kessel zu einer vorausprogrammierten Zeit mit Hilfe von Heißluft (Künzel, Solarfocus, etc.).

b) Langfristige Erhaltung des Glutbetts mittels ausgeklügelter Feuerungsregelung – hier wird z. T. bis zu noch ein zündfähiges Glutbett vorgehalten.
Dadurch ist im Winterbetrieb bei zweimaligem Nachlegen pro Tag kaum noch eine manuelle Zündung

Eine automatische Zündung stellt bestimmte Mindestforderungen an die Qualität des Brennstoffeinschichtens.

Größere Hohlräume sind dabei durch dichtes Einlegen der Scheite zu vermeiden, um der Heißluft eine ausreichende Angriffsfläche zu bieten.
Der Heißluft-Zündkanal ist darüber hinaus verstopfungsempfindlich (Holzasche- bzw. Holzkohlereste) und sollte deshalb oft und gründlich gereinigt
werden.

Um ein Glutbett zu erhalten, muss der totale und saubere Abbrand des Brennstoffs verhindert werden.

Dies wird konstruktiv so geregelt, dass das Kesselgebläse bei fallender Verbrennungs- oder Kesselwassertemperatur zum Ausbrandende hin bei einem voreingestellten Wert abgeschaltet wird.
Dieser Wert muss so gewählt werden, dass die Vergasung des Brennstoffs weitgehend abgeschlossen ist und lediglich noch ein glühender Holzkohlerest den Boden des Vergasungsraumes bedeckt. Technisch wird diese Maßnahme bei einigen Modellen durch das automatische Verschließen der Primär- und z. T. Sekundärluftklappe unterstützt, um den Luftzutritt zum Glutstock zu erschweren (Fröling, Windhager, etc.). Wird der Gebläseabschaltpunkt zu hoch angesetzt (um einen noch größeren Glutstock als die „Konkurrenz“ zu erhalten), ist die Holzvergasung noch nicht abgeschlossen und es entweichen mehr oder weniger große Mengen unverbrannter Kohlenwasserstoffe/ Holzteere bzw. Kohlenmonoxid.

Die geringer werdende Temperatur in der Brennkammer reicht bei ausklingender Verbrennung leider nicht mehr aus, um die vollständige Oxidation dieser Verschwelungsprodukte zu garantieren. Dadurch verschlechtert sich die Abgasqualität. Selbst eine Lambdasteuerung ist hier machtlos.

Es wird deshalb davor gewarnt, eine im Prospekt versprochene Glutbetthaltung nach Gebläseabschaltung von 10 und mehr Stunden als fortschrittlich zu interpretieren.

Darüber hinaus wird durch die Glutbetterhaltung eine nicht geringe Holzenergiemenge im Vergasungsraum gebunden (konserviert), die damit nicht mehr
für die eigentliche Beheizung eingesetzt werden kann.

Einige Hersteller sind deshalb dazu übergegangen, bereits beim Anheizen die spätere Glutbetthaltung auf Tastendruck abschaltbar zu gestalten (Stichwort:
Restwärmenutzung wie z. B. bei Fa. Schmid). Dies garantiert eine hohe Flexibilität für den Betreiber.
Die komplette Kesseleinstellung incl. Gluterhaltung sollte einem Fachmann des Kesselanbieters vorbehalten bleiben.

Anzünden bei befülltem Kessel Die verschiedenen konstruktiven Grundstrukturen von Scheitholzvergaserkesseln erfordern unterschiedliche Techniken des Kesselstarts.

 

Ein Teil der angebotenen Modelle muss vor dem endgültigen Befüllen gestartet werden, da man sonst den Vergasungsschlitz – wo das Feuer beginnen muss – von außen nicht mehr erreichen kann (Ferro, Graner, Künzel, SBS etc.).
Dies bedeutet, dass über der Brennkammer mit leicht entzündbarem Kleinholz zuerst ein Feuer entfacht werden muss, bevor das größere Scheitholz aufgelegt werden kann. Zünden und Befüllen sind hier aus konstruktiven Gründen nur gekoppelt und z. T. mit einem zeitlichen Abstand von einigen Minuten möglich.

Um dies zu vereinfachen, bietet eine große Zahl von Herstellern eine separate Schürtüre an, von der aus der Kessel nach dem Befüllen gezündet werden
kann (Fröling, Lopper, Hoval, Guntamatic, HDG Bavaria, Fischer, Eder, ETA, Schmid, etc.).

Dies ist selbstverständlich auch zeitlich versetzt möglich, so dass sich der Komfort und die Flexibilität bei der Kesselbedienung erheblich verbessern (z. B.
Befüllen am Abend nach dem Ausbrand – Start nach thermischer Entleerung des Pufferspeichers während des nächsten Tages mit einem Streichholz und einem Tastendruck etc.).

 


Texte mit freundlicher Genehmigung von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) , Abt. Öffentlichkeitsarbeit - Bioenergieberatung Hofplatz 1 18276 Gülzow Die FNR im Internet: www.fnr.de;

 


Europe-Sales / Vertriebskontakt: 05221 1800 939

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