Montage
Die Montageleistung sollte an einen erfahrenen Fachbetrieb übergeben werden. Bei der Errichtung von BHKW- Anlagen müssen mehrere Gewerke abgestimmt werden. Da ein erhöhter Anteil an Heizungstechnik verbaut wird, liegt die Gesamtleistung meist in der Hand von
Heizungsbaubetrieben.
Leider ist das Wissen zu dieser Technik kaum Inhalt von Ausbildungen in einer Branche.
Ein guter Montagebetrieb benötigt Wissen in den Fachgebieten:
• Heizungsbau
• Motortechnik
• Elektronik
• Elektrotechnik
• Mess- und Regeltechnik
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass verschiedene Heizungsbaubetriebe das BHKW mit einem Heizkessel gleichsetzen und dabei entscheidende Fehler in die Anlage bauen.
Die Anmeldung eines BHKW beim EVU und die Arbeiten im Zählerschrank müssen von einem autorisierten Elektrofachbetrieb ausgeführt werden.
Die Frage nach Referenzanlagen ist mehr als notwendig.
Die Anfrage nach fachkundigen Betrieben bei den Herstellern erweist sich in der Regel als sehr nützlich, da auch nicht alle geschulten Fachbetriebe auf einem Niveau sind. Eine Urkunde reicht nicht aus, um das System zu beherrschen.
Leistungen zu Planung und Beantragung
Ehe man ernsthaft an eine BHKW- Anlage denkt, sollte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung abverlangt werden. Dabei zeigt sich, dass Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen der Hersteller immer etwas rosig ausfallen. Gute Fachbetriebe nutzen herstellerneutrale Berechnungsprogramme
für die Erstellung von WBs.
In der Berechnung sollten nachfolgende Punkte vorhanden sein:
• Wärmebedarf des Objektes mit Berücksichtigung der Klimazone und der Nutzungsweise des Objektes
• Laufzeitermittlung des BHKW, möglichst mit grafischer Gegenüberstellung zum Wärmebedarf
• Berechnung der produzierten elektrisch und thermisch Arbeiten
• Erlöse und Kosten elektrisch und thermisch
• Gesamtinvestitionssumme
• Zins und Abschreibungen
• Gegenüberstellung zu herkömmlicher Heiztechnik
Verschiedene Hersteller verlangen von Ihren Fachbetrieben den ausschließlichen Vertrieb eines Fabrikates. Ein Vergleich von BHKW in der nächst niedrigen und höheren Leistungsgröße sollte dann abverlangt werden, wenn Mehrmodulanlagen vorgeschlagen werden.
Mehrmodulanlagen lassen sich in der Regel kostengünstiger durch modulierende BHKW ersetzen.
Für den Betrieb von BHKW- Anlagen ist ein umfangreiches Antragsverfahren auszuführen:
• Abgasführung (Schornsteinfeger)
• Gasbezug (Gasversorger)
• Netzparallelbetrieb (EVU)
• Fördermittel (regionale Institutionen)
• Einspeisevergütung (Bafa)
• Energiesteuerrückerstattung (Hauptzollamt)
Gute Fachbetriebe unterstützen Betreiber bei diesen Aufgaben. Für Erstbeantragung wird in der Regel ein Pauschalbetrag in Rechnung gestellt. Wer selbständig an diese Erstbeantragung geht, sollte mit erhöhtem Aufwand rechnen, da oft die technischen Kenntnisse fehlen und zudem die Anträge der Antragsstellen regional unterschiedlich sind. Es ist nicht möglich mit einem Standart- Formular zu arbeiten.