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Füllschachtvolumen/ Füllschachtboden/ Brenndauer

Der Füllschachtinhalt des Vergaserkessels ist zusammen mit einem hohen Kesselwirkungsgrad hauptverantwortlich für dessen Brenndauer und damit mitentscheidend für einen hohen Heizungskomfort.
Diese Angaben wurden deshalb sehr detailliert abgefragt und sind z. T. sehr widersprüchlich.

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die Prospekt- u. Herstellerangaben zur Brenndauer eines Kessels im Voll- und Teillastbereich ungeprüft zu übernehmen.

Prospektangaben zur Brenndauer beziehen sich z. T. auf berechnete Werte, die im praktischen Heizungsbetrieb kaum erreicht werden können.

Ein weiteres Konstruktionsmerkmal des Füllschachtes ist die Ausführung des Füllschachtbodens.

Hier müssen 2 gegensätzliche konstruktive Anforderungen gelöst werden:

a) eine möglichst hohe Stabilität gegen den Aufprall herabfallender Hölzer zu garantieren – hier ist hitzebeständiger
Stahl das richtige Material;
b) eine möglichst hohe Wärmespeicherkapazität zu sichern, um ein hochreaktives und heißes Glutbett unmittelbar vor der Nachverbrennungskammer zu
erhalten – hier ist Schamott das richtige Material. Reiner Stahl speichert nicht genug Wärme – reiner Schamott ist schlag- u. stoßempfindlich. Das Optimum aller bisherigen Konstruktionen am Markt bietet die Firma Lopper mit ihrem keramischen Wabenrost an.

Der stählerne Wabenrost sorgt für Stabilität – die eingesetzten Schamottwaben für eine ausreichend heiße Glutzone. Die kleinen Schamottwaben sind darüber hinaus leicht auszuwechseln.
Die Wucht des Aufpralls eines achtlos in den Füllschacht geworfenen schweren Buchenholzscheites von 50 cm Länge, welches womöglich mit einer Ecke auf einem teuren Schamott-Bodenteil „landet“, sollte den Konstrukteuren reiner Schamottböden zu denken geben.

- Die Reduktion des Füllraumvolumens durch einen Schichtmaß-Umrechnungsfaktor (analog der Umrechnung von Raummeter in Festmeter
in der Forstwirtschaft) ist erforderlich, weil das Holz nie so exakt eingefüllt werden kann, dass keine Luftspalten mehr zwischen den Holzscheiten
vorhanden sind. Darüber hinaus kann die max. Länge des Füllraumes ebenfalls nicht ausgereizt werden, damit keine Probleme mit dem Verschließen der Fülltüre auftreten.
Außerdem sollte das Holz immer „luftumspült“ sein, um einen ausreichenden Luftüberschuß für die Vergasung zu gewährleisten.
- Die praktische Brenndauer bei 50 % Teillast ist nicht immer doppelt so hoch wie im Volllastbetrieb.

Das gilt vor allem für einen Kaltstart, bei dem erst alle feuerungsbeaufschlagten Teile die Betriebstemperatur erreicht haben müssen.
Erst wenn die Vergasung stabil – d. h. voll regelbar – abläuft (i. d. R. nach 10 bis 30 Minuten je nach Kesseltyp und Anheizqualität), kann auf
Teillastbetrieb umgeschaltet werden. Dies sollte von der Regelungselektronik erkannt werden.


Ein 25 bis 30 kW-Kessel mit einem Füllschachtvolumen kleiner als 100 l kann deshalb im Vollastbereich auch bei der Verbrennung von Buchenholz unmöglich 5 Std. lang brennen. Dazu ist ganz einfach zu wenig Brennstoff vorhanden.
Es wird deshalb empfohlen, beim Kauf auf ein Modell mit ausreichend dimensioniertem Füllschachtvolumen zu achten.


Texte mit freundlicher Genehmigung von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) , Dr. Hermann Hansen Abt. Öffentlichkeitsarbeit - Bioenergieberatung Hofplatz 1 18276 Gülzow Die FNR im Internet: www.fnr.de; www.nachwachsende-rohstoffe.de