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Kesselgebläse

Zur Feuerungsunterstützung werden in fast allen Vergaserkesseln Gebläse eingesetzt.
Dadurch ist auch bei schlechten Schornsteinverhältnissen ohne ausreichenden Zug eine sichere Holzvergasung durch Aufbau einer stabilen Luftströmung in der Anlage möglich.

Wir unterscheiden Druck- und Saugzuggebläse – abhängig von der Art der Montage.

Ein Druckgebläse erzeugt einen Überdruck im Vergasungsraum und ist i. d. R. an der Vorderfront montiert.

Im Gegensatz dazu steht das Saugzuggebläse, welches am Rauchrohrabgang montiert ist und einen Unterdruck in der Anlage erzeugt.

Die Unterschiede in der Gebläsemontage sind entscheidend für die Benutzerfreundlichkeit des Kessels beim Nachlegen.

Heizkessel mit Saugzuggebläse besitzen keine komplizierten Sicherungsmechanismen gegen Rauchaustritt beim Öffnen der Beschickungstür in der Nachlegephase. Im Gegensatz zum Druckgebläse fehlt hier der Überdruck im Verbrennungsraum – mögliche Bedienungsrisiken sind dadurch konstruktiv weitgehend minimiert.

Ein Öffnen des Füllraumes sollte trotz alledem erst nach vollständigem Abbrand erfolgen.

Generell gilt für das Nachlegen
a) bei Druckgebläse: Gebläseabschaltung und Bypassöffnung zum Abgasrohr (zum Entweichen des Überdrucks)
b) bei Saugzuggebläse: Gebläseschaltung auf höhere Drehzahl zum Absaugen der Schwelgase

Die bisher elegantesten Entwicklungen in diesem Bereich sind

a) die Kombination eines Saugzuggebläses mit einer zusätzlichen Absaugöffnung unmittelbar über der Beschickungstür des Kessels (Hoval, Fröling, Heitzmann, Herz, etc.) und

b) das automatische Schließen des Primärluftkanals, damit das Saugzuggebläse nur durch die geöffnete Beschickungstür Frischluft in den Kessel hinein
saugen kann (Lopper, etc.).
Eine sehr interessante Entwicklung der letzten Jahre ist der Bau von Scheitholzvergaserkesseln, die im Naturzugbetrieb Kesselwirkungsgrade von über 90 Prozent erreichen können (Guntamatic biolight). Hier wurde durch eine geschickte Anordnung der Wärmetauscher der Zugverlust in der Konstruktion auf ein Minimum reduziert.

Damit eröffnet sich erstmals die Möglichkeit, effektiv arbeitende Scheitholzvergaserkessel abseits vom öffentlichen Stromnetz in Berghütten etc. einzusetzen (Schwerkraftheizungen ohne Umwälzpumpe).

Allerdings ist ein ausreichender Schornsteinzug (d. h. ein richtig dimensionierter Schornstein in Höhe und Querschnitt) Bedingung für den Einsatz dieser neuen Technik.


Texte mit freundlicher Genehmigung von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) , Bioenergieberatung Hofplatz 1 18276 Gülzow Die FNR im Internet: www.fnr.de;