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Es ist seit langem bekannt, daß Stroh, das auf dem Feld liegt und Regen ausgesetzt ist, geringere Mengen der aggressiven Stoffe Chlor und Kalium enthält.
Im Gegensatz zu “gelbem” Stroh ist dieses “graue” Stroh schonender für den Kessel, da ein Teil der Stoffe, die den Kessel und die Rauchgasrohre angreifen,
entfernt ist. Graues Stroh hat außerdem einen etwas höheren Brennwert als gelbes Stroh.

Um die korrodierenden Wirkungen des Strohs auf die Kesselanlage zu verringern, begann das Energieversorgungsunternehmen ELSAM im Frühjahr
1996 mit Versuchen, die unerwünschten Komponenten durch Kochen des Strohs bei 160ºC zu entfernen. Später hat man festgestellt, daß Chlor und Kalium auch bei niedrigeren Temperaturen ausgewaschen werden können. Heute geht man davon aus, daß ein Waschen des Strohs bei 50-60ºC am wirtschaftlichsten ist. Bisher ist die Strohwäsche nur in kleineren Anlagen erprobt.

Die Energieverluste durch Waschen, Trocknen und Auswaschen organischer Stoffe betragen ca. 8% des Brennwertes des Strohs. Diese Kosten werden allerdings durch die längere Lebensdauer
der Kessel ausgeglichen, da keine Korrosionsprobleme entstehen.

Ein Waschen des Strohs ist vermutlich auch im Hinblick auf die anschließende Verwendung der Flugasche vorteilhaft.
Strohasche, die keine Alkalisalze und andere Verunreinigungen enthält, kann nämlich als Zuschlagstoff in Baustoffen verwendet werden.